Ein Seitensprung als Energiespritze

nackte frau versteckt sich hinter vorhang

Das Wort Seitensprung bezeichnet ursprünglich das kurzfristig seitliche Ausbrechen eines Pferdes aus der vorgegebenen Strecke. Seit dem 19. Jahrhundert, bis heute, ist der Begriff ebenfalls als Bezeichnung für eine vorübergehende sexuelle Beziehung zweier Menschen geläufig. Allerdings nur, wenn mindestens eine Person gebunden oder verheiratet ist.

Seitensprünge hat es immer gegeben und wurden bzw. werden auch heute noch, mehr oder weniger dramatisch, als Fremdgehen, Eskapaden, Affären, Ehebruch oder sogar, den Partner betrügen, angesehen. Für den Ehebruch wurden seit den Anfängen der Geschichte und besonders unter der Herrschaft der Kirchen, nur Frauen bestraft, denn sie galten als Besitz des Mannes. Der Ehebruch galt in der westlichen Gesellschaft noch bis in die 70er Jahre hinein als unmoralisch und war der Hauptgrund einer Scheidung.

Auch heute ist ein Seitensprung mit einem Sexkontakt immer noch nicht vollkommen gesellschaftsfähig und ein häufiger Trennungsgrund. Dabei ist es natürlich, dass sich ein Mensch sexuell nicht nur zu einem Partner hingezogen fühlt. Den Urinstinkten entsprechend, ist der Mensch nicht für die Monogamie geschaffen, zumindest in sexueller Hinsicht. Oft resultiert eine Trennung aus einem Mangel an Vertrauen und verletztem Stolz. Alte Glaubenssätze, wie treu sein bis zum Lebensende und der Besitzanspruch an einen anderen Menschen, behindern die Transformation in ein freies und bewusstes Leben.

Ein Seitensprung bringt frischen Wind in die Beziehung

Im Zeitalter der Transformation steht bewußt Leben im Mittelpunkt. Dazu gehört der nachhaltige Umgang mit der Umwelt genauso, wie die Selbstliebe eines jeden Menschen. Die Verbote und Vorschriften vergangenen Zeiten, die vorwiegend aus dem Diktat der Kirche im Mittelalter entstanden sind, haben heute kaum noch Bedeutung, denn sie widersprechen der Selbstbestimmung und Freiheit. Jeder Mensch sollte selbstbestimmt und zum Besten der eigenen Person leben können. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, denn wer für sich selber gut sorgt, sorgt gleichzeitig für das Wohlbefinden der Mitmenschen.

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen sollte auf Vertrauen basieren und kann nur langfristig funktionieren, wenn beide zufrieden sind und offen miteinander umgehen. Die Sexualität spielt in einer Beziehung, neben Liebe und Vertrauen, eine wichtige Rolle und ohne ist es für beide keine befriedigende Beziehung. Gegen eine gesunde Beziehung spricht vor allen Dingen das Besitzdenken, denn kein Mensch kann einen anderen Menschen besitzen. Deshalb sollte es zunächst kein Trennungsgrund sein, wenn ein oder beide Partner sich einmal sexuell zu einem anderen Menschen hingezogen fühlen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitslebewesen, aber zu viel Gewohnheit verhindert auf die Dauer die Weiterentwicklung. Leben heißt Bewegung und wenn sich in einer Beziehung, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts mehr regt, wird sie langweilig und macht anfällig für die Orientierung nach außen. Schuldzuweisungen sind in solchen Fällen völlig fehl am Platze, denn es gehören immer zwei dazu, wenn es in einer Beziehung kriselt. Offen darüber reden ist immer die beste Lösung, aber sollte die Angst vor der Reaktion des anderen überwunden werden.

Die Begegnung mit einem Menschen, der eine sexuelle Anziehungskraft in solch einer Situation ausstrahlt ist kein Zufall, sondern hat mit dem Gesetz der Resonanz zu tun. Ein Partner, dem in einer Beziehung etwas fehlt, hat eine entsprechende Ausstrahlung, die von dafür empfängliche Menschen erkannt wird. Auch wenn daraus eine sexuelle Beziehung entstehen sollte, heiß das noch nicht, dass es der bestehenden Partnerschaft schadet. Im Gegenteil, es kann ebenso anregend sein und die Liebenden wieder zusammenführen. Oft wird durch einen Seitensprung erst erkannt, wie wichtig und bedeutend die bestehende Beziehung ist.

Ein Seitensprung birgt die Möglichkeit herauszufinden, ob die bestehende Partnerschaft noch Sinn hat und Liebe weiterhin verbindet. Andererseits besteht die Gefahr, sich in den Gelegenheitspartner zu verlieben oder sexuell abhängig zu werden. Es passiert ebenfalls, dass der neue Partner sich verliebt und versucht die bestehende Lebensgemeinschaft zu zerstören.